Kurzbeschreibung zu Darstellung Nr. 022
In der Darstellung werden die Zuwachsraten der Geldvermögen, des Sozialproduktes und der Nettolohneinkommen miteinander verglichen, und zwar als Jahresdurchschnittsgrößen in den jeweiligen Jahrzehnten. Die punktierten Trendlinien zeigen bei den Zuwachsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) einen weitgehend linearen Verlauf, bei den Nettolöhnen einen auf- und absteigenden und bei den Geldvermögen einen exponentiell ansteigenden. Während das Verhältnis zwischen Lohn-, BIP- und Vermögensgrößen in den beiden ersten Jahrzehnten etwa bei 1:3:5 lag, betrug es in den 80er Jahren 1:6:10 und in den 90er Jahren 1:12:50.
Als Folge reichten in den 90er Jahren selbst die gesamten Lohnzuwächse nicht mehr aus, um die gestiegenen Zinsansprüche der Geldvermögen (die sich weitgehend in den Preisen niederschlagen), zu bedienen. Damit ist davon ausgehen, dass die reale Kaufkraft der Arbeitleistenden, trotz des noch gegebenen Lohnanstiegs, gesunken ist. Zukünftig dürfte die Befriedigung der Kapitalansprüche nur noch durch Lohnkürzungen möglich sein. Helmut Creutz